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Bernhard Pollmann:

Harz mit Kyffhäuser

Die 50 schönsten Tal- und Höhenwanderungen

Bergverlag Rother,
5., überarbeitete Auflage, München 2004
10,90 Euro
ISBN 3-7633-4257-5
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Der waldreiche Harz ist das höchste Gebirge im deutschen Norden und eine der besterschlossenen und meistbesuchten Wanderregionen Europas. Als eines der landschaftlich schönsten und ökologisch wertvollsten Gebiete Deutschlands stehen seine höchsten Regionen als Nationalparke unter Schutz. Berühmte Burgen, Schlösser, Kirchen und Fachwerkstädte umkränzen das Gebirge, darunter Gernrode, Blankenburg, Halberstadt, Wernigerode und Stolberg sowie die UNESCO-Welterbestätten Quedlinburg und die Kaiserstadt Goslar.

Aus der Wanderperspektive ist der Harz eines der vielfältigsten deutschen Mittelgebirge. Von der herben Blockfichtenwaldschönheit der höheren Lagen mit ihren Kuppen und Felstürmen spannt sich der Bogen zu den kleinteiligen Gipskarstgebieten des sonnigen Südharzes mit seinen Wiesenfluren und prachtvollen Laubwäldern, von der idyllischen Teiche- und Dammgraben-Kulturlandschaft bei Clausthal-Zellerfeld bis zu den Felsszenerien des Bodetals, von den wollgrasgeschmückten Mooren auf Acker und Bruchberg bis zur wasserfalldurchbrausten Steinernen Renne, und auch das Harzvorland bietet viele attraktive Routen.

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Ebenso wie sein kleiner Bruder, der »rabenumkreiste« Kyffhäuser, ist der Harz eines der sagenumwobensten Berggebiete Deutschlands, sein Gipfel, der Brocken (1142 m), gilt als Inbegriff eines »Blocksbergs« und schlägt alljährlich mehr als zwei Millionen Menschen in Bann. Dieser touristische Druck beschränkt sich allerdings auf wenige Berge wie den Brocken, den Wurmberg oder das Kyffhäuserdenkmal, während die meisten Wanderstrecken in Ruhe erlebbar sind.

Der Name Harz leitet sich vom mittelhochdeutschen Wort hart = Wald ab. Tatsächlich erhebt sich das Gebirge wie eine bewaldete Insel aus Feld- und Wiesenfluren und sanften Hügeln, lediglich die steil geböschte Nordrandstufe bildet eine markante Landschaftsgrenze. Als Gebirge im Gebirge entragt dieser Waldinsel das Brockenmassiv, das in einem Aussichtsbalkon ersten Ranges gipfelt. Traditionell wird der hoch gelegene Westteil als Oberharz und der niedrigere Osten als Unterharz bezeichnet; getrennt werden Ober- und Unterharz durch die höchste Region, den »Hochharz«.

Die Goldene Aue trennt den Südharz vom Kyffhäusergebirge. Ähnlich aufgebaut und geformt wie der Harz, bricht der im Kulpenberg (477 m) gipfelnde Kyffhäuser nach Norden zu mit einer Steilstufe zur Goldenen Aue ab, die ihn vom Harz trennt, während er im Süden vergleichsweise sanft in die Frankenhäuser Bucht abdacht, die den Übergang zur Hainleite bildet. Am Südfuß des Kyffhäusergebirges befindet sich die im Jahr 1865 entdeckte Barbarossahöhle, eine der größten Gipsschauhöhlen Europas.

Nationalparke: Die Ausweisung der Nationalparke bedeutet nicht nur, dass sich hier Natur selbst entwickeln soll, sondern ist mit einer erheblichen Renaturierungsarbeit verbunden, da sich weite Teile des Harzes nicht mehr in einem natürlichen Zustand befanden. Allein im Nationalpark Harz wurden laut Tätigkeitsbericht innerhalb der ersten fünf Jahre (1994-99) 88 km Fließgewässer, 224 km Waldränder und 66 ha Moorflächen renaturiert; 24 km überflüssige Rückewege (Kurzwege für den Holztransport) und 78 km alter Zäune wurden zurückgebaut. Ein weiteres Tätigkeitsfeld der Nationalparkverwaltungen ist die Umweltbildung durch Informations- und Bildungsveranstaltungen, die zum Teil mit kooperierenden Naturschutzverbänden durchgeführt werden.

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Der Nationalpark Harz umfasst 158 qkm des Ober- und Südharzes im Bundesland Niedersachsen und wird 2005 mit dem Nationalpark Hochharz zum »Nationalpark Harz« vereinigt. Die 1994 eingerichtete Schutzfläche schließt unmittelbar an den seit 1990 bestehenden Nationalpark Hochharz in Sachsen-Anhalt an. Beide Nationalparke bilden eine naturräumliche Einheit, sodass im Harz etwa 217 qkm bundesländerübergreifend den Schutzstatus Nationalpark genießen. Als ökologische Komplexlandschaft erstreckt sich der Nationalpark Harz vom klimatisch begünstigten Südrand des Gebirges über die Hochlagen bis zur Nordrandstufe bei Bad Harzburg. Er umfasst Bergfichten-, Buchen- und Buchenmischwälder, Hoch- und Übergangsmoore, Blockfelder und Fließgewässer und ihre typische Tier- und Pflanzenwelt. Höchste Erhebung ist der Bruchberg (928 m), während der Wurmberg (971 m) bei Braunlage im Naturschutzgebiet Oberharz zwischen den Nationalparken Harz und Hochharz liegt. Viele Lebensräume des zu 95% bewaldeten Gebiets befinden sich in einem für mitteleuropäische Verhältnisse naturnahen Zustand, darunter die Hoch- und Übergangszonen, die Felsbiotope, viele Fließgewässer und ein erheblicher Anteil der Wälder. Das Gebiet ist kaum besiedelt, einige Splittersiedlungen genießen einen Sonderstatus als »Erholungsbereiche«.

Nationalpark Hochharz: Der 1990 gegründete Nationalpark Hochharz umfasst das Brockenmassiv und das Gebiet der Hohneklippen. Charakteristisch für diesen sachsen-anhaltinischen Teil des Harzes sind Bergfichtenwälder, Moore, Fließgewässer und wollsackverwitterte Granitmassive sowie die alpine Mattenvegetation im Bereich des Brockenplateaus, der höchsten Erhebung (1142 m) des Harzes; hinzu kommen Bergwiesen mit botanischen Kostbarkeiten in den Randbereichen des Nationalparks, darunter die Hohnewiesen. Die für den öffentlichen Verkehr nicht freigegebene Brockenstraße zwischen Brockenbett und Brocken bietet Einblicke in den Brockenurwald, der mit Rücksicht auf die einzigartige Naturausstattung außerhalb der Wege nicht betreten werden darf. Aus der Wanderperspektive bietet das vergleichsweise kleine Gebiet des Nationalparks Hochharz eine Fülle spannender Routen, von denen einige zudem vergleichsweise wenig frequentiert werden, da sich der Massentourismus auf die Brockenstraße und andere Standardmagistralen sowie auf die Brockenbahn beschränkt. Mit einer Fläche von 58 qkm zählt der Nationalpark Hochharz zu den kleinen deutschen Nationalparken; geplant ist die Erweiterung auf 89 qkm.

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Die Teufelsmauer am Harznordrand

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Hochharz

1 Brockenplateau
Höchster Gipfel im Norden Deutschlands

2 Ilsenburg – Ilsefälle – Brocken
Durch das wildromantische Ilsetal

3 Wernigerode – Renneckenberg – Brocken
Stillste und abwechslungsreichste Brockenwanderung

4 Torfhaus – Goetheweg – Brocken
Auf Goethes Spuren zum höchsten Harzgipfel

5 Schierke – Eckerloch – Brocken
Kürzeste klassische Brockenroute

6 Bad Harzburg – Eckerstausee – Brocken
Aussichtsreich und steil zum Vater Brocken

7 Drei-Annen-Hohne – Brocken
Bequeme Hochwaldwanderung auf dem Glashüttenweg

8 Schierke – Hohneklippen – Drei-Annen-Hohne
Auf die vorzüglichste Rundschauklippe im Hochharz

9 Schierke – Renneckenberg – Zeterklippen – Hölle
Große Höhen- und Klippenwanderung

10 Steinerne Renne – Ottofelsen – Drei-Annen-Hohne
Durch das Wasserfalltal der Holtemme auf den Steinharz

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Oberharz

11 Braunlage – Wurmberg
Auf den höchsten Gipfel im Westharz

12 Braunlage – Bodefälle – Königskrug
Zu den Wasserfällen von Warmer und Großer Bode

13 Königskrug – Achtermann – Oderbrück
Naturbelassener Aussichtsgipfel im Oberharz

14 Oderbrück – Bodesprung –Torfhaus
Waldwanderung zu den Quellen von Bode und Ecker

15 Oderteich – Märchenweg – Hopfensäcke – Oderbrück
Zauberhafte Waldwanderung

16 Oderteich – Rehberger Graben
Herrliche Hangwanderung hoch über dem Odertal

17 Radauwasserfall – Molkenhaus – Eckerstausee
Stimmungsvolle Wald-, Wiesen- und Talwanderung

18 Bad Harzburg – Großer Burgberg
Zur geschichtsträchtigen Harzburg auf dem aussichtsreichen Burgberg

19 Bad Harzburg – Uhlenkopf – Rabenklippe
Bequeme Waldwanderung mit hervorragenden Aussichtsstellen

20 Goslar – Rammseck
Auf Silber und Gold hoch über Goslar

21 Okerstausee – Schalke
Bergwanderung mit hervorragender Aussicht

22 Romker Wasserfall – Kästeklippen
Romantische Klippenwanderung über dem wilden Okertal

23 Granestausee
Rund um den stillen Granestausee
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24 Innerstestausee – Lindtalskopf
Hoch über dem Innerstetal im Nordwestharz

25 Iberger Tropfsteinhöhle – Albertturm
Tropfsteinhöhlenbesuch mit Waldquiz und Aussichtsturm

26 Dammgraben – Wolfswarte – Bruchberg
Auf das Dach des Westharzes

27 Steile Wand
Durch die Wände und Wälder des Nabentals

28 Osterode – Hanskühnenburg
Großartige Höhenwanderung auf dem Ackerkamm

29 Stieglitzecke – Acker – Hanskühnenburg
Moor- und Waldwanderung über die höchsten Acker-Höhen

30 Polstertal – Jägersbleeker Teich
Abwechslungsreiche Wald- und Teiche-Spazierwanderung

31 Steinkirche – Einhornhöhle – Scharzfels
Kultur in Natur

32 Wieda – Stöberhai
Rund um den schönsten Südharz-Aussichtsberg

33 Walkenrieder Teiche – Sachsenstein
Durch die Walkenrieder Pflanzen- und Teiche-Oase

34 Hahnenklee – Bocksberg
Ausflug zum Bocksberg-Aussichtsturm

35 Wiesenbeker Teich – Hohe Tür – Ravensberg
Badesee-, Wald- und Gipfelwanderung

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Unterharz mit Kyffhäuser

36 Thale – Bodekessel – Treseburg
Durch das wildeste Schluchttal des Harzes

37 Thale – Rosstrappenfelsen
Sagenumwobener Felssporn mit Tiefblick ins Bodetal

38 Thale – Hexentanzplatz
Überwältigende Aussicht hoch über dem Bodetal

39 Timmenrode – Teufelsmauer
Faszinierende Felswanderung im Sandstein des Unterharzes

40 Regenstein
Felsenburg mit faszinierender Aussicht hoch über den Harzvorland

41 Rübeländer Höhlen – Blauer See
Von der Königin aller Höhlen zum blauesten aller Seen

42 Steinerne Renne
Durch das Kaskaden- und Wasserfalltal der Holtemme

43 Ilsenburg – Ilsestein – Paternosterklippe – Plessenburg
Höhenwanderung mit reizvollen Aussichtspunkten

44 Elend – Schnarcherklippen – Barenberg
Über die Schnarcherklippen auf den aussichtsreichen Barenberg

45 Gräfingründer Teich
Badespaziergang für heiße Tage

46 Stolberg – Großer Auerberg
Zum größten Gipfelkreuz der Welt

47 Selketal – Burg Falkenstein
Zeitlose Wanderung in einem Wiesental von gestern

48 Sternhaus – Viktorshöhe
Auf die Kuppe des Rambergs

49 Kyffhäuser – Kulpenberg – Rothenburg
Umstrittene Triumphstätte des wilhelminischen Reichs

50 Barbarossahöhle
Wo Kaiser Barbarossa schläft

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Abends lockt die historische Altstadt von Goslar zu einem farbenprächtigen Rundgang. Im Bild der Marktplatz mit dem mittelalterlichen Brunnen, auf dem der vergoldete Reichsadler als Wahrzeichen der Stadt thront.
Bernhard Pollmann: Harz mit Kyffhäuser

Die 50 schönsten Tal- und Höhenwanderungen
Bergverlag Rother,
5., überarbeitete Auflage, München 2004
10,90 Euro
ISBN 3-7633-4257-5
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